Diskussionsveranstaltung über das Thema „HINRICH WILHELM KOPF – Die Vergangenheit des ersten niedersächsischen Ministerpräsidenten als Profiteur des NS-Regimes“

Landtag
 

Foto: R. Roletschek, Lizenz: CC-BY-SA

 

Anlässlich des aktuellen Diskurses über die Rolle Hinrich Wilhelm Kopfs im Nationalsozialismus, der nicht zuletzt durch die Dissertation von Dr. Theresa Nentwig in Gang gekommen war, hatte die SPD-Landtagsfraktion zu einer Podiumsdiskussion mit Fachleuten eingeladen. In ganz Niedersachsen wird derzeit überlegt, wie man mit dem Erbe von Hinrich Wilhelm Kopf umgeht - so auch in Hannover, wo der Platz vor dem Niedersächsischen Landtag den Namen Kopfs trägt.

 

Nicht zuletzt angesichts des Umstandes, dass Kopf SPD-Mitglied war, sieht es die Niedersächsische Sozialdemokratie als eine Verpflichtung an, sich dieses Themas anzunehmen und sich auch kritisch mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Neben Nentwig nahmen noch der Oberbürgermeister der Stadt Hannover, Stefan Schostok, der Faschismusexperte Prof. Dr. Joachim Perels, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Niedersachsen Michael Fürst sowie die Sozialwissenschaftlerin und Landtagsvizepräsidentin Dr. Gabriele Andretta an der Diskussion teil, die vom Journalisten und Historiker Klaus Wallbaum moderiert wurde.

Die Einführung von Dr. Gabriele Andretta im Wortlaut:

"»Wer sich dazu herbeilässt, die Erinnerung an die Opfer zu verdunkeln, der tötet sie ein zweites Mal« – das sagte der Auschwitz-Überlebende Elie Wiesel im Januar des Jahres 2000 in einer Rede vor dem Deutschen Bundestag.

Wenn wir die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus nicht verdunkeln wollen, dann dürfen wir auch keinen Schlussstrich unter den gesellschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Diskurs über die Täter und Belasteten des verbrecherischen NS-Regimes ziehen.

Einen solchen kann und darf es nicht geben.

Wenn wir bemerken, dass wir in dieser Hinsicht unsere Pflichten versäumt haben, dann müssen wir das nachholen.

Das trifft auch auf den Fall Hinrich Wilhelm Kopf zu.

Nach dem Gesetz Zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus des Alliierten Kontrollrats vom 5. März 1946, das zur Grundlage der Entnazifizierungsverfahren in den Besatzungszonen wurde, gab es fünf Kategorien zur Einstufung : 1. Hauptschuldige, 2. Belastete (Aktivisten, Militaristen, Nutznießer), 3. Minderbelastete (die sogenannte »Bewährungsgruppe«), 4. Mitläufer und 5. Entlastete.
Die Gruppe der »Belasteten«, die Angehörigen der zweiten Kategorie, umfasste also explizit die »Nutznießer« des NS-Regimes, die laut Kontrollratsdirektive so definiert waren – ich zitiere Artikel 9.I: »Nutznießer ist […] wer auf Kosten der politisch, religiös oder rassisch Verfolgten unmittelbar oder mittelbar, insbesondere im Zusammenhang mit Enteignungen, Zwangsverkäufen und dergleichen übermäßige Vorteile für sich oder andere erlangte oder erstrebte.«

Nach heutigem Kenntnisstand – den wir vor allem der mutigen Dissertation von Teresa Nentwig zu verdanken haben – kann davon ausgegangen werden, dass Hinrich Wilhelm Kopf in diese Kategorie gehören dürfte und als »Belasteter« im Sinne des Gesetzestextes hätte eingestuft werden können.

Denn daran, dass Kopf in den Jahren des Nationalsozialismus persönlich von der NS-Rassenpolitik profitiert hat, kann nach dem heutigen Kenntnisstand kein Zweifel bestehen: Er hat zwischen 1934 und 1944 zehn Jahre lang mit Enteignungen und Zwangsverkäufen sehr viel Geld verdient. Dieses kann man als ›übermäßigen Vorteil‹ verstehen.

Unbestritten ist aber auch, dass er sich als Ministerpräsident des Landes Niedersachsen große Verdienste beim Aufbau der Demokratie erworben hat.

Ebenso historisch belegt ist, dass Kopf die Öffentlichkeit und das Parlament über seine Verstrickungen in das NS Regime belogen hat, als er im Rahmen des polnischen Auslieferungsantrages 1948 behauptete, Zitat: »Die gegen mich erhobenen Anschuldigungen sind unwahr. Ich bin niemals Enteignungskommissar oder Treuhänder polnischer oder jüdischer Güter gewesen« Zitat Ende.

Diese Erklärung Kopfs war Grundlage dafür, dass die Abgeordneten aller Fraktionen mit Ausnahme der KPD Kopf das Vertrauen aussprachen.

In der Diskussion über den »Fall Kopf« ist in den letzten Monaten mehrfach, so auch in der jüngsten Stellungnahme der Historischen Kommission für Niedersachsen, der Begriff der »tätigen Reue« gefallen, die er durch seine Verdienste für die Demokratie gezeigt habe.
Aber kann man Kopfs Einsatz für die Demokratie nach 1945, wie die historische Kommission meint, tatsächlich als „tätige Reue“ verstehen, als eine „tätige Reue“, die im deutschen Recht als Strafaufhebungs- oder Strafmilderungsgrund gilt?

Tätige Reue setzt Einsicht voraus. Hinrich Wilhelm Kopf hat sich seiner Vergangenheit jedoch nicht öffentlich gestellt, sondern diese verschleiert. Und hierin liegt das eigentliche Problem, mit dem wir nun knapp 70 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus umgehen müssen.

Die Frage, die uns durch vielfältige Stellungnahmen zum Fall Kopf heute beschäftigt, ist, ob man seine Verstrickungen in Verbrechen des NS-Regimes vor 1945 und seine Verdienste nach 1945 auf eine historische Waage legen und miteinander ins Gleichgewicht bringen kann – hebt das eine die schwere Last des anderen auf?

Diese Frage steht auch hinter dem Anlass, der uns heute hier zusammengeführt hat: die Diskussion über eine mögliche Umbenennung des Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platzes.

In diesem Zusammenhang möchte ich Folgendes zu bedenken geben:
Das wahrscheinlich erste jüdische Opfer des NS-Terrors außerhalb des Reichsgebietes überhaupt war der vormalige Hannoveraner Professor Theodor Lessing, der am 31. August 1933 in seinem Exil in Marienbad ermordet worden ist. An sein Schicksal erinnert hier in Hannover der Theodor-Lessing-Platz. Er liegt in Luftlinie keine 500 Meter vom Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz entfernt.

Das ist, denke ich, eine Art des Gleichgewichts, das es – auch eingedenk der eingangs zitierten Worte von Eli Wiesel – bei uns nicht geben darf. In der öffentlichen Wahrnehmung wird an Theodor Lessing und Hinrich Wilhelm Kopf, wird an das Nazi-Opfer und einen Profiteur des NS-Regimes gleichzeitig und in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander auf identische Art und Weise erinnert. Ist das ein Ausdruck von Respekt gegenüber den Opfern des Terrorregimes? Tut man damit nicht genau das, was Eli Wiesel befürchtet hat?

Das ist nichts anderes als eine relative Verdunkelung der Erinnerung an die Opfer der Shoah dadurch, dass man die Täter in derselben Art und Weise wie die Opfer ehrt. Lessing und Kopf werden durch die Namensgebung der Plätze in dasselbe positive Licht gestellt.

Aber, so heißt es auf Seiten einiger Kritiker der Umbennungs-Initiative, aber Hinrich Wilhelm Kopf sei kein Nazi gewesen – ja, ein Profiteur, ein auf den eigenen Vorteil bedachter Mitläufer. Aber eben kein Nationalsozialist.

In diesem Zusammenhang sollte man sich an Hannah Arendts Wort von der Banalität des Bösen erinnern, welche die Shoah und die verbrecherische NS-Politik überhaupt erst ermöglicht hat. Unzählige Menschen, so hat sie uns gezeigt, taten – oft genug eben unabhängig von einer nationalsozialistischen oder antisemitischen Gesinnung – nichts anderes als das, was ihrem persönlichen Vorteil dienlich war.
Und genau nach dieser Maßgabe scheint Hinrich Wilhelm Kopf gehandelt zu haben, nachdem er 1933 als Sozialdemokrat seiner Ämter enthoben worden war: Er tat das, was seinem persönlichen Vorteil nutzte.

Im Jahre 1934 hat Kopf seinen jüdischen Freund Ernst Wilhelm Stadthagen, der ihm selbstlos zu guten Geschäften und einem beruflichen Neustart verholfen hatte, im Stich gelassen, weil er nicht länger mit einem Juden gemeinsame Sache machen wollte; das könne er sich, meinte er, nicht länger leisten. Aber zu seinem vormaligen Geschäftspartner sagte er trotzdem, Zitat: »Trotz allem kannst du keinen Antisemi¬ten aus mir machen« Zitat Ende.
Das mag sogar stimmen. Wahrscheinlich war Kopf kein Antisemit. Aber ist es nicht eben genau das, was Hannah Arendt mit der Formulierung von der »Banalität des Bösen« meinte?

Anschließend hat Kopf jahrelang lukrative Immobiliengeschäfte gemacht – auch mit der »Arisierung« jüdischer Grundstücke, Häuser, Vermögenswerte. Dann ging er nach Polen, um für die Haupttreuhandstelle Ost zu arbeiten, die zahllose jüdische und nichtjüdische Polen um ihr Hab und Gut gebracht hat. Bis 1944 war er, zuletzt als kommissarischer Verwalter des jüdischen Gemeindevermögens in Cziechowa, damit beschäftigt und verdiente sehr viel Geld. Seine Berliner Firma machte in den Kriegsjahren eifrig weiter damit, jüdische Firmen und Kapitalwerte an ›arische‹ Besitzer zu verkaufen.

Nach 1945 wurde seine Firma mehrmals auf die Restitution von jüdischen Vermögenswerten verklagt – die Klagen wurden niedergeschlagen, aber nur deshalb, weil sich die in Rede stehenden Grundstücke bzw. Finanzwerte auf dem Gebiet der damaligen DDR befanden – außerhalb der bundesdeutschen Rechtsprechung.

Als die Öffentlichkeit ihn dann 1948 fragte, was er in der NS-Zeit getan habe, hat er über seine Tätigkeiten die Unwahrheit gesagt.

Kann, darf so jemand in unserer heutigen Zeit zum Vorbild erhoben werden? Kann man seine Leistungen nach 1945 unabhängig sehen von dem profitablen Opportunismus, der sein Handeln nach 1933 bestimmte? Ich meine: Nein.

Mit solchen ›Vorbildern‹ verdunkeln wir die Erinnerung an die Opfer der Shoah und auch die Erinnerung an die vielen Menschen, die ihr Handeln eben nicht dem Primat des persönlichen Vorteils unterwarfen, die aktiven oder passiven Widerstand leisteten.

Die historische Waage kommt nicht ins Gleichgewicht.

Heute wollen wir auch darüber sprechen, wie wir jetzt und in Zukunft umzugehen haben mit unserer Geschichte und wie es weitergehen soll mit der Debatte um Hinrich Wilhelm Kopf und anderer Politiker der frühen Niedersächsischen Landtage.

Wir stellen uns die Frage spät: Hinweise auf Kopfs NS-Vergangenheit hat es schon länger gegeben, wir sind ihnen nicht nachgegangen. Vielleicht wollten wir ihn gern auch weiterhin als Vorbild stilisieren. Vielleicht war das Zögern dem Umstand geschuldet, dass Kopf ein Sozialdemokrat war. Eine traditionsreiche Partei wie die SPD, die gegen Hitler kämpfte und unter ihren Mitgliedern viele Verfolgte und Opfer des NS Regimes zählte, tut sich schwer mit der Vorstellung, dass es auch in ihren Reihen Täter gab. Auch wir müssen uns kritische Fragen gefallen lassen.

Als Stephan Glienke im Januar 2012 die im Auftrage des Landtags erstellte Studie Die NS-Vergangenheit späterer niedersächsischer Landtagsabgeordneter vorgelegt hat, wurde erstmals dokumentiert, in welchem Umfang die junge Demokratie in Niedersachsen in den ersten Jahren von Abgeordneten gestaltet wurde, die sich einst in den Dienst des NS Regimes gestellt hatten: 204 von 755 Abgeordneten waren ehemals NSDAP- Mitglieder – darunter auch Sozialdemokraten. Stuhl an Stuhl mit Nazi-Verfolgten saßen damals ehemalige Angehörige von NSDAP, SA, SS auf den Bänken des Parlaments.

Dieses Ausmaß überraschte uns – wohl wissend, dass eine NSDAP-Mitgliedschaft alleine noch wenig aussagte. Dabei waren schon seit den späten 40er Jahren immer wieder Details zur NS-Vergangenheit von Politikern ans Tageslicht gekommen. Damals wirkten, kein Zweifel, noch immer alte, bestens funktionierende Seilschaften daran mit, dass solche Vorwürfe immer wieder als „kommunistische Feindpropaganda“ abgetan und bagatellisiert worden sind. Natürlich gab es damals auch die oftmals bedingungslose Treue jüngerer Politiker gegenüber ihren Ziehvätern – politischer Vatermord hatte niemals eine sonderlich hohe Konjunktur.

Deshalb bedurfte es, wie der Historiker Andreas Wirsching gezeigt hat, zunächst eines Generationenwechsels in der Politik, der für das Schwinden persönlicher Loyalitäten sorgte und damit die Voraussetzung für eine historische Distanzierung und damit mögliche kritische Aufarbeitung bot. Erst mit diesem Generationenwechsel – der natürlich genau so auch in der Wissenschaft vollzogen werden musste – konnte auch die naive 50er-Jahre-Theorie vom ›Volk der Verführten‹ und der angeblichen ›Stunde Null‹ im Jahre 1945 korrigiert werden – heute wissen wir, dass personelle Kontinuitäten in Behörden, Ämtern, Universitäten vor und nach 1945 geherrscht haben. Es war vor allem der Tabubruch der 1968er-Generation, der solche, schon damals höchst kontrovers geführte Debatten möglich machte.

Es geht nicht um Schuldzuweisung. Wir sind uns darüber im Klaren, dass die Alliierten beim Wiederaufbau der deutschen Demokratie gar keine andere Möglichkeit hatten, als auf viele Belastete zurückzugreifen, die über jene administrative Erfahrung verfügten, die man so dringend benötigte: Es gab einfach nicht genug Unbelastete oder gar Widerstandskämpfer, mit denen man nun das Personal von Parlamenten, Behörden, Schulen, Universitäten und Zeitungen grundlegend neu besetzen konnte. Tatsächlich bestand nach 1945 eine faktische Notwendigkeit, auf Personen der NS-Eliten zurückzugreifen, um die Demokratie wiederzuerwecken und im Kalten Krieg am Leben zu erhalten, um die Kriegsfolgen zu beseitigen.

So war es möglich, dass die Generation Hinrich Wilhelm Kopf erneut in Amt und Würden kam – ihrer Rolle vor 1945 zum Trotze. Diese Menschen machten oft genug nach Kriegsende schlicht mit dem weiter, was sie vorher getan hatten: Sie taten nämlich das, womit man sie beauftragte.

Wie sie vorher ihre Pflicht zum Beispiel als „Arisierer“, Treuhänder und Vermögensverwalter erfüllt hatten, erfüllten sie nun ihre neue Aufgabe als Begründer der Demokratie. Die Alliierten hatten keinerlei Interesse daran, dass dieses Thema all zu offen, geschweige denn kritisch in der Öffentlichkeit diskutiert wurde, und die Betroffenen selbst hatten dies Interesse schon gar nicht.

Die Mauer des Schweigens funktionierte.

Doch in dem Maße, in dem Archive geöffnet werden und weitere Akten, Aufzeichnungen und Dokumente zum Vorschein kommen, wird die Zahl derjenigen, die zur Funktionsfähigkeit des NS-Systems beitrugen, zu ihrer Rolle später aber geschwiegen haben, wachsen.

In der jüngeren Vergangenheit hat es eine ganze Reihe vergleichbarer öffentlicher Debatten gegeben – zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Schriftsteller Heinrich Sohnrey: Die Aufdeckung seiner Vergangenheit und die Tatsache, dass auch er nach 1945 nie Reue oder Einsicht gezeigt hat, hat zur Umbenennung mehrerer Straßen und Schulen in ganz Niedersachsen geführt. Gleiches gilt für Straßen und Schulen, die ihre Namen der Dichterin Agnes Miegel verdankten. Der nach dem Politikwissenschaftler Theodor Eschenburg benannte Preis wurde gestrichen – weil auch er im NS-System als Opportunist funktioniert hat.
Manche Kritiker der Umbenennungsforderung haben angemerkt, dass man Kopfs Namen damit aus der Geschichte tilgen würde – dieser aber gehöre nun einmal mit seiner hellen wie dunklen Seite zur Geschichte Niedersachsens und Hannovers.

Diesen Einwand verstehe ich ehrlich gesagt nicht.
Dass der Platz nicht mehr seinen Namen tragen würde, würde an Kopfs Platz in den Geschichtsbüchern doch nichts ändern! Im Gegenteil: Eine Umbenennung würde samt der dazugehörigen Debatte eine historisch breite Spur hinterlassen und ein wichtiges Exempel für den Geschichtsunterricht liefern.
Der Ältestenrat hat aus den neuen Erkenntnissen die Konsequenz gezogen: In seiner letzten Sitzung am 5. Dezember haben sich seine Mitglieder einhellig für eine Umbenennung des Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platzes ausgesprochen.
Damit darf die Debatte aber nicht beendet sein. Der Landtag sollte jetzt auf den Weg bringen, was er sich eigentlich bereits 2012 vorgenommen hatte: Die Kontinuitäten in der Politik vor und nach 1945 beim Aufbau der jungen Demokratie Niedersachsens systematisch erforschen zu lassen, nicht nur im Hinblick auf Hinrich Wilhelm Kopf und diejenigen, denen er zu Amt und Würden in Niedersachsen verhalf.

Dabei geht es beim heutigen Umgang mit dieser Generation nicht um das selbstgerechte Urteilen der Nachgeborenen, die den Versuchungen des NS-Systems nie ausgesetzt waren. Wir sollten aber danach fragen, ob und wie sich die mit dem NS-Unrecht verstrickten Menschen selbst mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandergesetzt haben. Genau das müssen wir erwarten dürfen: Lehren ziehen aus der Geschichte. Nicht leugnen und verschweigen. Auch eine Partei behält Verantwortung gegenüber dunklen Flecken ihrer Geschichte – das sind wir den Opfern schuldig.

Theodor W. Adorno hat in seinem Text Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit 1959 darauf hingewiesen, dass der »Gestus, es solle alles vergessen und vergeben sein«, einzig denjenigen anstünde, denen das »Unrecht« widerfahren sei.

Wir aber dürfen uns diesen Gestus nicht erlauben."
 

 
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